Fahr preise
DE / EN
Städte

Taxi Frankfurt (Oder): Tarif 2026 und die Fahrt nach Słubice

Gemeint ist Frankfurt an der Oder in Brandenburg, nicht die Bankenstadt am Main. Die Stadt hat zum 1. Juli 2026 einen neuen Taxitarif bekommen, und sie hat eine Eigenheit, die sonst keine deutsche Stadt so hat: Ihr Pflichtfahrgebiet endet mitten auf einer Brücke.

Jonas Reinhardt
Jonas Reinhardt
17. September 2026
Senkrechte Luftaufnahme einer geraden Straßenbrücke, die diagonal über einen graugrünen Fluss führt; auf der Fahrbahn eine doppelte gelbe Mittellinie, weiße Pfeile und das aufgemalte Wort ONLY, dazu vier dunkle Autos; rechts ragt eine bewaldete Landzunge mit Rundweg, Rasenfläche und kreisförmigem Platz ins Wasser
Foto: William Hadley / Pexels

Kurz vorweg, weil die Suchmaschine hier zuverlässig Leute abliefert, die etwas ganz anderes wollten: Es geht um Frankfurt an der Oder in Brandenburg, direkt an der polnischen Grenze — nicht um Frankfurt am Main mit Skyline und Großflughafen. Wenn du die Bankenstadt meinst, steht der dortige Tarif samt Festpreiskorridor unter Taxi Frankfurt, und wie sich die Fahrpreise dort im Alltag zusammensetzen, hat der Stadtführer für Frankfurt am Main unter Taxikosten in der Mainmetropole durchgerechnet.

Noch hier? Gut. Denn die Oderstadt hat etwas zu bieten, das keine andere deutsche Taxistadt in dieser Form hat: eine Tarifgrenze, die auf einer Brücke liegt, und dahinter ein Land mit einem völlig anders gebauten Preisrecht.

Der Taxitarif Frankfurt (Oder), Stand 2026

Grundlage ist die Taxitarifverordnung 2026, beschlossen von der Stadtverordnetenversammlung am 21. Mai 2026, bekannt gemacht im Amtsblatt für die Stadt Frankfurt (Oder) Nr. 4 vom 10. Juni 2026 und in Kraft seit dem 1. Juli 2026. Sie hat die Taxitarifverordnung 2024 abgelöst.

PositionPreis
Grundpreis4,80 €
km-Entgelt bis 2 km3,05 €/km
km-Entgelt ab 2 km2,75 €/km
Wartezeit0,60 € je vollendete Minute
Zuschlag für den fünften bis achten Fahrgast2,00 €/Person

Die Fortschaltstufen am Fahrpreisanzeiger betragen zehn Cent. Wartezeit von 60 Cent je Minute sind hochgerechnet 36 Euro pro Stunde, und als Wartezeit zählt nicht nur der Halt auf deinen Wunsch, sondern auch jedes Stehen aus verkehrlichen oder witterungsbedingten Gründen — Stau auf der Karl-Marx-Straße läuft also mit. Länger als 30 Minuten muss dein Fahrer allerdings nicht warten.

Zwei Sätze der Verordnung lohnen sich zu merken. Erstens: Die Beförderungsentgelte sind Festentgelte, sie „dürfen weder über- noch unterschritten werden“ — ein Rabatt ist genauso unzulässig wie ein Aufschlag, und wer ein anderes Entgelt anbietet oder fordert, begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 10.000 Euro Geldbuße belegt werden kann. Zweitens, § 4: Bestellst du ein Taxi und nutzt es dann nicht, schuldest du den zweifachen Grundpreis, aktuell also 9,60 Euro, gegebenenfalls plus aufgelaufene Wartezeit.

Taxi Frankfurt an der Oder: Kosten in Zahlen — und der Fehler, den fast jeder Rechner macht

Weil die ersten zwei Kilometer teurer sind als der Rest, rechnet sich jede Fahrt so: 4,80 Euro plus 6,10 Euro für die ersten zwei Kilometer, danach 2,75 Euro je weiterem Kilometer.

Streckealter Tarif (bis 30.06.2026)seit 01.07.2026
2 km9,40 €10,90 €
5 km16,60 €19,15 €
10 km28,60 €32,90 €
15 km40,60 €46,65 €

Jeweils bei freier Fahrt, ohne Wartezeit. Der Sprung liegt bei rund 15 Prozent — der Grundpreis stieg von 4,00 auf 4,80 Euro, der lange Kilometersatz von 2,40 auf 2,75 Euro.

Und jetzt der Punkt, an dem fast jede Taxipreis-Website für Frankfurt (Oder) danebenliegt. Mehrere Tarifrechner nennen bis heute einen Grundpreis von 5,20 Euro. Diese Zahl hat es tatsächlich gegeben, aber nur 31 Tage lang: Die Dritte Änderungsverordnung vom Dezember 2023 hatte den damaligen Grundpreis von 3,20 Euro um einen Aufschlag von 2,00 Euro erhöht — ausdrücklich befristet bis zum 31. Januar 2024, als Überbrückung, bis am 1. Februar 2024 der neue Tarif mit 4,00 Euro Grundpreis griff. Wer diese 5,20 Euro heute noch als aktuellen Stand ausweist, hat eine Übergangsregelung aus dem Januar 2024 konserviert und zwei Tarifrunden verschlafen. Dass kommunale Tarife sich so schnell überholen und trotzdem jahrelang falsch weitergereicht werden, ist kein Frankfurter Einzelfall — die Systematik dahinter steht unter Taxitarife in Deutschland.

Taxi ab Bahnhof Frankfurt (Oder)

Der Bahnhof liegt südwestlich der Innenstadt, und praktisch jede Anreise von außerhalb endet hier: der RE1 von Berlin, die Regionalverbindungen ins Umland, dazu die Züge Richtung Poznań. Der Taxihalteplatz liegt direkt am Bahnhofsvorplatz.

Die Wege sind kurz, und genau das prägt diesen Tarif. Vom Bahnhof zur Stadtbrücke sind es knapp zwei Straßenkilometer, Fahrzeit etwa fünf Minuten — nach Taxameter also rund 11 Euro. Zur Innenstadt rund um Marktplatz und Rathaus ist es noch weniger. Bei einer Stadt dieser Größe fällt fast jede Fahrt komplett in den teuren Bereich der ersten zwei Kilometer, wo der Kilometer 3,05 Euro kostet; der günstigere Satz ab Kilometer drei wird im Alltag selten relevant. Der Durchschnittspreis einer Zwei-Kilometer-Fahrt liegt damit bei 5,45 Euro je Kilometer. Das ist kein Abzockvorwurf, sondern schlicht die Mathematik eines Tarifs mit hohem Grundpreis in einer kompakten Stadt: Kurzstrecken subventionieren hier nichts.

Bestellen kannst du unter anderem beim Funktaxi Verein Frankfurt (Oder), Taxiruf 0335 53 1111, rund um die Uhr. Innerhalb des Stadtgebiets besteht Beförderungspflicht, der Tarif gilt zwingend, und ein geeichter Fahrpreisanzeiger muss laufen — ohne funktionierendes Taxameter darf eine Fahrt im Pflichtfahrgebiet gar nicht erst angetreten werden.

Taxi Słubice: wo der deutsche Tarif aufhört

Hier wird es interessant. § 1 der Verordnung sagt in einem einzigen Satz, wie weit der Tarif reicht: „Das Pflichtfahrgebiet umfasst das Gebiet der Stadt Frankfurt (Oder).“ Keine Umlandgemeinden, kein Verkehrsverbund, keine Ausnahme. Die Stadtgrenze ist die Tarifgrenze — und im Osten ist die Stadtgrenze die Staatsgrenze.

Die verläuft mitten in der Oder, genauer in der Mitte der Schifffahrtsrinne. Die Stadtbrücke ist 251,75 Meter lang und 15,2 Meter breit, trägt die Bundesstraße 5 und auf polnischer Seite die Landesstraßen 29 und 31, wurde zwischen Ende 2000 und Ende 2002 für 10,5 Millionen Euro komplett neu gebaut und hat beidseitig 2,8 Meter breite Gehwege. Rund 70 Prozent des Bauwerks liegen auf polnischem Staatsgebiet. Praktisch heißt das: Nach etwa einem Drittel der Brücke ist der deutsche Taxitarif zu Ende — auf der Brücke, nicht am Ufer.

Was daraus folgt, steht in § 1 Absatz 2, und es ist eindeutiger, als die meisten erwarten: Bei Fahrten über das Pflichtfahrgebiet hinaus muss dich die Taxi fahrende Person vor Fahrtbeginn darauf hinweisen, dass das Beförderungsentgelt für die gesamte Strecke frei zu vereinbaren ist. Nicht anteilig, nicht erst ab der Brückenmitte — für die komplette Fahrt, von der Haustür an. Kommt keine Vereinbarung zustande, gelten ersatzweise die Tarifpreise als vereinbart.

Die Frage, welches Taxameter über der Oder gilt, hat damit eine unromantische Antwort: gar keins. Es gibt keinen deutschen Tarif jenseits der Brückenmitte und keinen deutsch-polnischen Mischtarif, es gibt nur einen ausgehandelten Preis. Das örtliche Funktaxi formuliert das auf der eigenen Tarifseite so deutlich, wie man es selten liest: Fahrten über die Grenzen des Pflichtfahrgebietes hinaus, „wie beispielsweise nach Müllrose (LOS), Lebus (MOL) oder Marktfahrten ins benachbarte Slubice“, fielen nicht unter die Tarifpflicht und seien mit dem Fahrer vor Ort zu besprechen — und es bestehe keine Beförderungspflicht. Das deckt sich mit § 47 Abs. 4 PBefG, wonach die Beförderungspflicht nur innerhalb des Pflichtfahrbereichs gilt. Ein Nein an der Ecke Karl-Marx-Straße ist also kein schlechter Service, sondern erlaubt.

Für diese zweieinhalb Kilometer heißt das: Preis nennen lassen, bevor du einsteigst, und ihn laut wiederholen. Nach Taxameter wären es etwa 12 Euro — eine brauchbare Verhandlungsbasis, aber eben keine Rechtsposition.

Wer darf auf welcher Seite Gäste aufnehmen

Die zweite Hälfte der Frage lautet: Kann dich das polnische Taxi, das hinter der Brücke am Postój Taxi wartet, einfach in Frankfurt abholen? Nein — jedenfalls nicht legal als Taxifahrt. Für entgeltliche Personenbeförderung in Deutschland braucht es eine deutsche Genehmigung nach dem Personenbeförderungsgesetz, und die hat ein in Słubice lizenziertes Fahrzeug nicht. Umgekehrt gilt in Polen ein spiegelbildliches Prinzip: Die Taxilizenz wird dort nach dem Gesetz über den Straßentransport für das Gebiet einer Gemeinde erteilt, mit eng begrenzten Ausnahmen für die Rückfahrt und für Aufträge, die von außerhalb hereinkommen.

Selbst innerdeutsch ist das enger, als viele denken: Nach § 47 Abs. 2 PBefG dürfen Taxen „nur an behördlich zugelassenen Stellen und in der Gemeinde bereitgehalten werden, in der der Unternehmer seinen Betriebssitz hat“. Ein Frankfurter Taxi darf dich also nach Słubice bringen, sich dort aber nicht an den Halteplatz stellen und auf Kundschaft warten.

Dazu kommt ein steuerlicher Stolperstein, über den das Fachmagazin taxi heute am vergleichbaren Grenzübergang Görlitz/Zgorzelec berichtet hat: Der in Polen gefahrene Anteil einer Tour sei dort umsatzsteuerlich zu erfassen, was nach Darstellung der örtlichen Taxivereinigung auf eine polnische Steuernummer, ein zusätzliches Taxameter samt Eichung und laufende Meldungen hinausläuft — Aufwand, den ein gelegentlicher Kurztrip über die Brücke nicht trägt. Ich konnte für diesen Bericht kein Veröffentlichungsdatum verifizieren und gebe ihn deshalb als das weiter, was er ist: die Sicht der Branche, nicht der Wortlaut eines Gesetzes. Er erklärt aber gut, warum Grenzfahrten hier Verhandlungssache bleiben, statt Routine zu werden.

Bezahlen: Euro, Złoty und ein Kurs mit Datum

Polen hat den Złoty, und die Preisbildung dort ist grundlegend anders gebaut als in Deutschland. Das polnische Gesetz über den Straßentransport erlaubt dem Gemeinderat in Artikel 11b, Preise für Taxifahrten im Gemeindegebiet festzusetzen — es verpflichtet ihn aber nicht dazu. Und Artikel 11c stellt klar, dass solche Sätze Höchstpreise sind. Das ist das genaue Gegenteil des deutschen Festentgelts: In Deutschland ist Unterbieten verboten, in Polen ausdrücklich möglich.

Ob die Gemeinde Słubice von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht hat, konnte ich nicht belegen. Im Amtsblatt der Woiwodschaft Lubuskie und im öffentlichen Informationsbulletin der Gemeinde habe ich keinen entsprechenden Beschluss gefunden; das ist kein Beweis dafür, dass es keinen gibt. Verlässlich ist deshalb nur der Weg, den das polnische Recht ohnehin vorsieht: Der Tarif muss am Fahrzeug sichtbar angebracht sein und zum geeichten Taksometer passen. Lies ihn, bevor du einsteigst.

Einen Złoty-Fahrpreis nenne ich hier bewusst nicht — ich habe keinen aus einer belastbaren Quelle, und ein erfundener Richtwert wäre schlimmer als gar keiner. Was ich nennen kann, ist der Umrechnungskurs: Am 17. September 2026 lag der Referenzkurs der Europäischen Zentralbank bei 1 Euro = 4,3580 Złoty. 50 Złoty sind damit rund 11,50 Euro. Rechne mit diesem Verhältnis grob im Kopf, bevor du einer Zahl zustimmst, und frag vorher, ob Karte geht.

Wann sich das Taxi lohnt — und wann der 983er

Für die reine Grenzquerung gibt es eine Alternative, die kaum zu schlagen ist. Die Buslinie 983 der Stadtverkehrsgesellschaft Frankfurt (Oder) fährt seit dem 9. Dezember 2012 über die Stadtbrücke nach Słubice, mit Halten unter anderem am Collegium Polonicum und am Busbahnhof. Tariflich liegt Słubice im Tarifteilbereich B von Frankfurt (Oder) — jedes normale VBB-Ticket für Frankfurt (Oder) AB gilt also mit, und laut VBB gilt auch das Deutschlandticket im Bus 983 über die Bundesgrenze. Ein Taxi für dieselbe Strecke gegen ein Ticket, das du ohnehin schon hast: Das ist selten eine schwere Entscheidung, außer mit Gepäck, spät nachts oder zu dritt.

Was du an der Grenze trotzdem einplanen solltest: Polen kontrolliert die Grenze zu Deutschland seit dem 7. Juli 2025, und die Kontrollen wurden mehrfach verlängert, zuletzt angekündigt bis Ende März 2027; auf deutscher Seite laufen ebenfalls Kontrollen. Die Staus entstehen dabei vor allem an den Autobahnübergängen — bei Frankfurt (Oder) an der A12 —, nicht zwingend an der innerstädtischen Stadtbrücke. Ausweis oder Reisepass gehören trotzdem griffbereit, auch für zwei Kilometer.

Und für die lange Strecke: Der nächste große Flughafen ist der BER, rund 82 Straßenkilometer entfernt, knapp eine Stunde Fahrzeit. Nach Frankfurter Taxameter wären das theoretisch etwa 230 Euro — theoretisch deshalb, weil die Fahrt längst außerhalb des Pflichtfahrgebiets liegt und damit ohnehin frei vereinbart wird. Nimm den RE1 nach Berlin und steig auf den Flughafenexpress um; wie diese Anschlüsse konkret laufen, steht unter Flughafentransfer Berlin, was dich in Berlin selbst ein Taxi kostet unter Taxi Berlin Preise. Wer sich vorher ein Bild von Entfernungen und Fahrzeiten machen will, findet die Fahrstrecken ab Berlin bei Routefare übersichtlich aufgelistet. Am Flughafen selbst hilft die Ankunftsbeschreibung für den BER beim Weg vom Gate zum Bahnsteig, und wenn dich jemand hinfährt und dort abstellt, sind die Parkoptionen am BER mit Preisen aufgeschlüsselt.

Alle Beträge entsprechen dem Stand 2026. Der deutsche Teil dieser Rechnung ist so belastbar, wie eine kommunale Verordnung eben ist: nachlesbar, verbindlich, mit Datum. Der polnische Teil ist es nicht, und das liegt nicht an schlechter Recherche, sondern daran, dass Polen die Preisbildung dort bewusst offener gelassen hat. Zwei Zahlen reichen für die deutsche Seite — 4,80 Euro Grundpreis, 3,05 Euro der erste Kilometer. Für die andere Seite der Brücke reicht keine Zahl, nur eine Gewohnheit: vorher fragen.

#taxi frankfurt oder#taxi frankfurt oder preise#taxi słubice#taxi frankfurt oder bahnhof#taxitarifverordnung 2026#grenzverkehr taxi